Viele kennen das: Man steht vor einem Problem und versucht krampfhaft die Lösung alleine zu finden. Man „verdattelt“ viel Zeit und wenn man Glück hat findet man sogar irgendwann einmal die Lösung.
Viel Energie wird mit ärgern verbracht. Das lähmt die Kooperationsbereitschaft, die Kreativität und vor allem die Effektivität. Schlimmer noch sind die Nächte, die Sie damit verbringen sich über nicht nachvollziehbare Verhaltensweisen zu ärgern. Und das geht an die Gesundheit und belastet nicht selten die eigene Partnerschaft.

Die Bereitschaft jemanden zu fragen ist bei fachlichen Problemstellungen für viele Menschen noch relativ hoch, obwohl man sich ja eine „Blöße“ gibt, wenn man etwas Fachliches nachfragt; also probiert man erst einmal herum. Diese Vorgehensweise hat allerdings auch einen Vorteil, denn durch ausprobieren kann man lernen. Der Nachteil ist, dass man möglicherweise sehr viel Zeit eingespart hätte, wenn man jemanden gefragt hätte, der das wissen könnte.
Ganz anders stellt es sich bei persönlichen Problemstellungen dar. Wenn Sie beispielsweise Probleme mit Ihrem Team haben, dann vermeidet man tunlichst jemanden aus dem eigenen Unternehmen anzusprechen. Viel zu schnell kann es dem Vorgesetzten oder der Personalabteilung zu Ohren kommen und Sie haben den Ruf weg Ihr Team nicht „im Griff zu haben“, und zwar schneller als Ihnen lieb ist. Diesen Ruf wieder auszubügeln kann Jahre dauern, falls Sie es überhaupt je schaffen.
Ein „Herumprobieren“ wie bei fachlichen Problemstellungen könnte in diesem Falle fatale Folgen haben. Das lässt man also besser sein.

Sich einen Rat einholen, jemanden um Hilfe bitten ist in unserem Kulturkreis noch immer nicht etabliert. Man gibt schließlich zu, dass man etwas nicht weiß oder kann. In unserer Leistungsgesellschaft kann das schnell als Schwäche gewertet werden. Und wer will schon als schwach gelten? Die eigene Sozialisation hat da auch so seine Wirkung gezeigt: „Beiß´ dich da durch, zeige keine Schwäche, gib´ niemals auf.“ sind typische Aussagen, die uns ein Leben lang prägen. Dabei kann das „Fragen stellen“ Vorteile mit sich bringen, die außerordentlich wertvoll sind: Der Antwortende hat ein gutes Gefühl, da er helfen konnte. Die Teambildung wird gefördert. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird gestärkt. Aber wie gesagt – nicht in jeder Umgebung.

Grundsätzlich ist es jedenfalls zielführender sich einen fundierten, möglicherweise externen Rat einzuholen als Zeit zu verschwenden oder gar Fehler zu machen. Und: Einen Lösungsweg erfahren oder erarbeitet zu haben tut gut, macht selbstsicherer und letztendlich auch erfolgreicher.